„Caroline. Alberto Giacomettis letztes Modell“ von Franck Maubert

Gelesene Ausgabe: Piet Meyer Verlag AG, Bern/Wien 2017

Kein Roman, sondern eine Art Besuchsprotokoll: Caroline. Alberto Giacomettis letztes Modell von Franck Maubert. Der Künstler Alberto Giacometti traf Ende der 1950er-Jahre in einer Pariser Bar die junge Prostituierte Caroline, die seine Geliebte wurde und ihm in seinen letzten Lebensjahren, er starb 1966, Modell saß.

Jahrzehnte später besucht Franck Maubert die inzwischen alte Frau, um mehr über die Beziehung der beiden zu erfahren. Was er in seinem Bericht schildert, ist keine berauschende Liebesgeschichte, sondern, nicht untypisch für die Liebe, für Außenstehende schlecht nachvollziehbar und verstörend.

Am Ende des Buches ging es mir wie dem Autor am Ende seines Besuchs: „Als Caroline die Tür hinter mir schließt, fühle ich Erleichterung und bleibe einen Augenblick benommen auf dem Treppenabsatz stehen“ (S. 83). Für alle, die einen Bezug zu Giacomettis Kunst haben: Grün.

Mai 2021