Gelesene Ausgabe: mareverlag, Hamburg 2014
Eine ganz andere Art von Sommerlektüre: Der Garten über dem Meer der katalanischen Autorin Mercè Rodoreda.
Ein alter Gärtner pflegt in der Vor-Franco-Zeit ganzjährig den Garten einer Sommervilla nahe Barcelona. Bei der Arbeit und manchmal auch nachts beobachtet er aus dem Garten heraus über mehrere Jahre lang das Treiben der jungen Herrschaften, ihrer Freunde und ihrer neu hinzuziehenden Nachbarn. Aus genau dieser Distanz, er ist keinesfalls allwissend, erzählt er deren Geschichte.
Das ist wunderbar offen und schwingend, melancholisch und voller menschlicher Wärme und natürlich geht es um das Glück und das Unglück der Liebe. Roger Willemsen, der das Buch herausgegeben hat, schreibt im Nachwort: „Es gibt Bücher, die die Rezeption geradezu vorschreiben, und es gibt solche, die viel für die Freiheit der Lektüre tun. Rodoreda schreibt die letzteren. Sie ist diskret, nicht effektvoll, sie lacht nicht, sie lächelt, …“ (S. 230).
Schöner kann man es nicht sagen. Grün.
August 2026
